Melodie des Lebens

Nach dem Aufsteh'n kurz ins Bad, die Zeit, die treibt mich an.
Das Frühstück fällt mal wieder aus. Ich bin schon sehr spät dran.
Mit dem Kaffee in der Hand, laufe ich zur Bahn.
Ich werd's nicht schaffen, drehe um, werd' mit dem Auto fahr'n.

Kauf' noch eben ein Croissant beim Bäcker an der Ecke.
Leg's auf's Armaturenbrett, worauf ich mich erschrecke.
Als ich den Motor starte, fällt mir das Atmen schwer.
Das kann doch wirklich jetzt nicht wahr sein, der Tank, der ist fast leer.

Manchmal braucht es nur eine einfache Melodie.
Manchmal wäre weniger weit aus mehr.
Manches Mal ist genug schon viel zu viel.
Manchmal gäb' ich für Stille all meine Lieder her.

Auf der Autobahn geht's nicht voran, ein LKW liegt quer.
Das einmal alles glatt verläuft, das glaube ich nicht mehr.
Bei 40 Grad im Schatten und auf frisch geteerter Bahn,
Krieg' ich die Endlife-Krise, das ist doch alles Wahn.

Dann kommt ein Engel, leider der in gelb, am Fenster steht ein Mann,
Bietet wohl zum Überleben, mir ein Glas Wasser an.
Die Nerven liegen blank, ich kann nichts machen, nichts geschieht.
Ich schalt' den Lieblingssender an, im Radio läuft auch noch das Lied.

Manchmal braucht es nur eine einfache Melodie.
Manchmal wäre weniger weit aus mehr.
Manches Mal ist genug schon viel zu viel.
Manchmal gäb' ich für Stille all meine Lieder her.

Aus allem Unglück das geschieht, soll man 'was Gutes zieh'n.
Den Sinn darin erkennen, nicht vor Problemen flieh'n.
Such' Ruhe mir dann wohl im Kloster, vielleicht werd' ich Aushilfsküster.
Durch lange Selbsterfahrung, erfolgreicher Stauminister.

Manchmal braucht es nur eine einfache Melodie.
Manchmal wäre weniger weit aus mehr.
Manches Mal ist genug schon viel zu viel.
Manchmal gäb' ich für Stille all meine Lieder her.


© Frank Breburda