Insel der Stille

Allein sein heißt nicht einsam sein, ist für mich kein Fluch.
Allein sein heißt bei mir zu sein, ist das, wonach ich such',
Der Ort, wo aller Weltenlärm in weiter Ferne liegt,
Und das Schweigen mehr als tausend Worte wiegt.

Keine Frage, gern' bin ich auch mittendrin, dabei.
Fühle mich auch wohl, dort, wo mehr sind als nur zwei.
Und dennoch stellt sich oft diese tiefe Sehnsucht ein,
Dann wünsch' ich mir nur noch, für mich allein zu sein.

Wenn ich für mich bin, halte ich den Weltenatem an.
Verliert der Lärm sich in der Stille und es werden dann
Aus vielen Fragen, die mich drängen Antworten entsteh'n,
Die mir helfen klarer, Wahrheiten zu seh'n.

Nicht so wie mancher Baum, der nur unter Seinesgleichen steht.
Den unausweichlich stets der gleiche Wind umweht,
Find ich mich nach dem Bad im Meer der Zugehörigkeit,
Nur wieder auf der stillen Insel meiner Einsamkeit.

Allein sein heißt nicht einsam sein, ist für mich kein Fluch.
Allein sein heißt bei mir zu sein, ist das, wonach ich such'.
Das Land in dem sich scheinbar Unlösbares löst,
Da in ihm kein Gedanke an eine Grenze stößt.

Wenn ich für mich bin, halte ich den Weltenatem an.
Verliert der Lärm sich in der Stille und es werden dann
Aus vielen Fragen, die mich drängen Antworten entsteh'n,
Die mir helfen klarer, Wahrheiten zu seh'n.


© Frank Breburda