Herzblut

Reiße ein den Stacheldraht, der mein Herz umschließt.
Liebe heilt die Wunden aus, die er hinterließ.

Komm' mir ganz nah, ich lass es zu, bis Grenzen sich verschieben.
Werde mich tief innen spür'n, wenn wir leidenschaftlich lieben.

Schlag mir Nägel in die Brust, Werkzeug sei die Emotion.
Jeder Stich ins Herz ist Lust, zerre mich von meinem Thron.

Falscher Schein wird nie zu Licht, um Wahrheit zu erkennen.
Ich leugne meine Schatten nicht, um alles zu benennen.

Kaltes Herz vergießt sein Blut, füll' es mit brennend neuem.
Feuer tat noch nie so gut, ich werde nichts bereuen.

Zeig' mir, wie mein Herz nie schlug, gleich einer wilden Macht.
Lös’ der Fesseln Selbstbetrug, leb' mich neu in dieser Nacht.

Lass mich los und halt mich fest, bleib hier, lass mich allein.
Schenk' mir diesen fernen Ort, um nah bei Dir zu sein,
Ganz nah bei Dir zu sein.

Häute mich bis auf den Kern, bis nichts schnürt mehr die Kehle.
Fühl' mich allen Ängsten fern, spür' wieder meine Seele.

Tauch' hinab bis auf den Grund und berge Dir den Schatz,
Der sich zeigt, nicht mehr schweigt und statt Gold, mein Herzblut hat.

Lass mich los und halt mich fest, bleib hier, lass mich allein.
Schenk' mir diesen fernen Ort, um nah bei Dir zu sein,
Ganz nah bei Dir zu sein.


© Frank Breburda